Militärischer Fünfkampf (Military Pentathlon) ist ein aus fünf Sportarten kombinierter Mehrkampf-Wettbewerb für Einzelwettkämpfer, der ausschließlich von männlichen und weiblichen Soldaten ausgetragen wird. Im Kern umfasst er die Disziplinen Schießen, Hindernislaufen, Hindernisschwimmen, Granaten-Werfen und Langstrecken-Orientierungslauf (auch Crosslauf, Geländelauf oder Querfeldeinlauf) sowie ergänzend Hindernis-Bahnstaffellauf mit gesonderter Wertung. Veranstaltet werden Wettkämpfe auf internationaler und regionaler Ebene für Sportsoldaten, als freizeitorientierter Mannschaftssport für Offiziere und Unteroffiziere sowie gesondert für Marine- und Luftwaffenangehörige. Dachverband ist der CISM (Conseil International du Sport Militaire) mit Sitz in Brüssel.
Geschossen wird mit einem 300-m-Standard-Gewehr, jeweils in getrennten Durchgängen auf Präzision (10 Schüsse in 10 Minuten) und Schnelligkeit (10 Schüsse in 1 Minute). Beim Werfen mit der inaktiven Handgranate werden Präzision und Entfernung gesondert gewertet. Zu werfen sind 16 Projektile auf Ziele am Boden aus unterschiedlichen Entfernungen. Beim Hindernisschwimmen sind vier Hindernisse auf einer Distanz von 50 m zu überwinden, beim Hindernislauf ist ein Parcours mit 20 Hindernissen auf einer Distanz von 500 m zu bewältigen. In der Cross Country-Disziplin laufen die Teilnehmer über 8 km querfeldein nach Karte, Luftbild und Skizze.
Neben den Wettkämpfen des CISM veranstalten auch die CIOR (Confédération Interalliées des Officiers de Reserve) für Offiziere der Reserve (Mannschafts-Wettkämpfe) und die AOSIR (Association Européenne des Sous-Officiers de Reserve) für Unteroffiziere der Reserve (3er-Teams) in regelmäßigen Abständen jeweils gesonderte Wettkämpfe. In einigen Ländern, zum Beispiel in Skandinavien, wird militärischer Fünfkampf auch außerhalb der Wettkämpfe betrieben.
Ein militärischer Fünfkampf (Military Pentathlon) für Einzelwettkämpfer (ausschließlich Sportsoldaten) besteht aus fünf Kern-Sportarten für Männer und Frauen: Schießen, Hindernislaufen, Hindernisschwimmen, Werfen mit der Handgranate, Langstrecken-Orientierungslauf (auch Crosslauf, Geländelauf oder Querfeldeinlauf). Beim Schießen mit dem 300-m-Standard-Gewehr hat jeder Wettkämpfer für zwei Durchgänge jeweils 10 Schuss Munition: Im ersten Durchgang wird auf Präzision geschossen (10 Schüsse in 10 Minuten), im zweiten Durchgang auf Schnelligkeit (10 Schüsse in 1 Minute). Beim Werfen mit der Handgranate sind 16 Projektile auf Ziele am Boden zu werfen. Gemessen werden jeweils Präzision und Entfernung.
Der Hindernislauf gilt als “Königsdisziplin” des militärischen Fünfkampfs: Für jeden Wettkämpfer wird ein eigener Parcours mit 20 Hindernissen aufgebaut, wobei 500 zu bewältigen sind. Entsprechend hat beim Hindernisschwimmen jeder Teilnehmer eine eigene Bahn mit 4 Hindernissen auf 50 m abzuschwimmen. Beim Langstrecken-Orientierungslauf (Cross Country) müssen die Wettkämpfer querfeldein eine vorgegebene Strecke von 8 km bewältigen. Dabei stehen ihnen zur Orientierung eine Karte, ein Luftbild und eine Skizze zur Verfügung.
Zusätzlich zu den fünf Kerndisziplinen wird seit 1995 als “sechste Sportart” bei internationalen Wettkämpfen ein Hindernis-Bahnstaffellauf durchgeführt: Vier Männer und drei Frauen treten gegen ein Team einer anderen Nation an, das Sieger-Team wird im k.o.-System ermittelt. Die gesondert organisierten und als Freizeitsport durchgeführten Wettkämpfe für Offiziere und Unteroffiziere der Reserve kennen Varianten und Ergänzungen bei den Disziplinen, etwa Hindernisschwimmen im Feldanzug, Hindernislaufen im Feldanzug ohne Stiefel sowie Schlauchbootfahren (500 m mit Aus- und Einbooten).
Moderner Fünfkampf (Modern Pentathlon) ist ein aus fünf Sportarten kombinierter Mehrfach-Wettkampf für Männer und Frauen. An den antiken Fünfkampf (Pentathlon) erinnert er nur grob. Die Disziplinen sind Pistolenschießen, Degenfechten, Freistilschwimmen, Springreiten und Langstrecken-Orientierungslauf (Crosslauf). Entwickelt wurde er aus dem alten militärischen Fünfkampf der Offiziere. Von der Idee her als olympische Disziplin gedacht, wurde er erstmalig bei den Olympischen Sommerspielen 1912 in Stockholm ausgetragen, Schweden gilt als Pionierland dieser Sportart. Dachverband ist die UIPM (Union Internationale de Pentathlon Moderne) mit Sitz in Monaco.
Beim Pistolenschießen werden nach neuer Regel stehend mit einer 4.5-mm-Luftpistole in drei Durchgängen jeweils fünf Schüsse auf ein 10 m entferntes festes Ziel abgeben. Das Schießen wird ab 2009 in ein sogenanntes Tandem mit dem Crosslauf gekoppelt: nach jeder Runde Schießen wird 1.000 m durchs Gelände gelaufen, dann wieder Schießen etc. Seit 2009 schließt das Schießen-Laufen-Tandem (vorher der alleinige Geländelauf) den Wettkampf ab, Sieger ist, wer als Erster ins Ziel läuft.
Vor dem Schießen und Laufen wird hintereinander gefochten, geschwommen und geritten. Das Fechten erfolgt mit Degen nach dem Turnierrunden-System (round robin) in mehreren 1-minütigen Runden: Sieger ist, wer als Letzter ungetroffen bleibt. Die Sportart Schwimmen wird im Freistil absolviert, Sieger ist, wer die 200-m-Strecke als Erster absolviert. Beim Springreiten sind auf einem 350-400 m langen Parcours 12 bis 15 Hindernisse zu nehmen, Pferd und Reiter werden erst unmittelbar vor dem Wettbewerb einander zugelost.
Moderner Fünfkampf setzt sich zusammen aus Fechten, Schwimmen, Reiten, Schießen und Laufen. Die meisten der einzelnen Disziplinen werden hintereinander absolviert, ab 2009 erstmalig mit Laufen und Schießen im sogenannten Tandem als Abschluss des Wettkampfs. Geschossen wird nach der neuen Regel stehend aus 10 m Entfernung in drei Runden jeweils fünf Mal aus einer 4.5-mm-Luftpistole auf ein feststehendes Ziel. Gefochten wird mit dem Degen jeder gegen jeden im Turnierrunden-System (englisch: round-robin). Sieger in der Disziplin wird, wer als Letzter ungetroffen übrig bleibt.
Die Sportart Schwimmen wird über 200 m im Freistil absolviert, d. h., jeder Wettkämpfer kann sich aussuchen, ob er etwa Kraul, Rücken, Lagen oder Delfin schwimmt. Sieger wird, wer die Strecke am schnellsten schafft. Die Disziplin Reiten wird als Springreiten (englisch: show jump) durchgeführt, und zwar auf einem Parcours von 350-400 m Länge mit 12 bis 15 Hindernissen. Sieger wird, wer sein Ziel mit den wenigsten Fehlern erreicht. Erschwert wird die Aufgabe dadurch, dass Pferd und Reiter sich nicht kennen und erst kurz vor Beginn einander zugelost werden.
Die Disziplin Laufen ist als Langstrecken-Orientierungslauf bzw. Crosslauf durch ein Gelände auf einer Strecke von 3 km (bis Olympia 2000: 4 km) zu absolvieren. Bis 2008 schloss dieser Crosslauf jeden modernen Fünfkampf ab. Ab 2009 schließen Pistolenschießen und Crosslauf im Wechsel den modernen Fünfkampf ab: Wer als Erster aus dem Gelände ins Ziel läuft, ist Gesamt-Wettkampfsieger.
Militärischer Fünfkampf, der ausschließlich von Soldaten beiderlei Geschlechts betrieben wird, ist ein junger Wettkampfsport und wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg durch französische, belgische und niederländische Offiziere der Alliierten Streitkräfte im besetzten Deutschland gegründet. Nachdem es schon 1947 in Freiburg/Breisgau zu Wettkämpfen gekommen war, wurde dort 1950 die erste WM durchgeführt. Seither findet sie bis heute alljährlich statt. Organisiert wird die WM vom Conseil International du Sport Militaire (CISM).
An der ersten WM 1950 in Freiburg nahmen nur Soldaten der drei Länder Belgien, Frankreich und den Niederlanden teil, derzeit 30 Nationen aus aller Welt. Die WM findet alljährlich an wechselnden Orten statt, musste aber drei Mal wegen Unruhen am vorgesehenen Austragungsort abgesagt werden. 2009 fand die WM in München statt. Auf Initiative skandinavischer Länder öffnete sich in den 1990er Jahren der militärische Fünfkampf auch Soldatinnen: Seit der WM 1991 in Oslo nehmen Frauen teil.
Aufschwung nahm der Nischen-Sport “Militärischer Fünfkampf” durch Zulauf aus den ehemaligen Ostblockländern nach Auflösung des Warschauer Pakts und seines Sportverbandes. Auf Anregung vor allem dieser Länder wurden seither neben der WM auch Europameisterschaften ausgetragen, so 1992 in München und 1993 in Wien. Seit 1995 gehört ein Hindernis-Bahnstaffellauf zum Programm jeder WM. Seit den späten 1990er Jahren sportlich am erfolgreichsten waren einzelne Sportsoldatinnen und -soldaten sowie Teams aus Nordkorea und China, Brasilien, Dänemark und aktuell Venezuela. Erfolgreichster deutscher Teilnehmer 2009 in München war der amtierende Einzel-Weltmeister Robert Krawczyk. Die WM 2010 findet in den Niederlanden statt.